Krebsfrüherkennung rettet Leben

Schilddrüsenzentrum / Schilddrüsenuntersuchung

1986 legte sich die radioaktive Wolke des Tschernobyl-Reaktors auch über die russische Kleinstadt Nowosybkow (Strahlenkarte). Das dabei freigewordene Jod 131 wurde von der Schilddrüse aufgenommen.

Durch den Kontakt mit Jod 131 steigt als aktuelle Folge die Anzahl der Schilddrüsenerkrankungen und die Rate von Schilddrüsenkrebs stark an. Besonders betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene (Grafik).

Die Erkrankungen sind mittels Ultraschalluntersuchung gut zu erkennen. Schilddrüsenkrebs ist bei rechtzeitiger Behandlung gut heilbar. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass Aufklärung und regelmäßige Untersuchungen der Bevölkerung von offizieller Stelle nur unzureichend  stattfinden.

An dieser Stelle setzt das Projekt Schilddrüsen-Screening an. Im Jahr 2003 haben mehrere Solinger Ärzte mit Reihenuntersuchungen in Nowosybkow begonnen. Ein eigenes hochmodernes Ultraschallgerät konnte vor Ort installiert werden, an dem inzwischen auch russische Ärzte laufend die Untersuchungen vornehmen. Ein selbst entwickeltes Computerprogramm verwaltet alle Patientendaten – in Russisch und in Deutsch. So können Patienten zur regelmäßigen  Kontrolle einbestellt werden.
 
Jährlich werden über 1500 Menschen untersucht, ca. 70 % der Untersuchten zeigen krankhafte Veränderungen, wovon einige deswegen direkt zur Gewebeentnahme geschickt werden. Dabei ist die gute Partnerschaft mit den Krankenhäusern der Region, in der die Patienten weiter behandelt und operiert werden können, besonders wichtig.

Die dauerhaften Untersuchungen zeigen Erfolge. Bei mehreren jungen Frauen wurde ein Knoten in der Schilddrüse gefunden, dessen weitere Untersuchungen ‚Krebs’ ergaben. Die sofortige Operation verhinderte eine weitere Ausbreitung der Erkrankung und die Patientinnen gelten inzwischen als geheilt.

Dieses Erfolgsbeispiel zeigt, wie wichtig die entsprechende Information der Bevölkerung und der Aufruf zur regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung ist. Mit Broschüren und intensiver Öffentlichkeitsarbeit will Pro-Ost mithelfen, dass Vorsorge Leben retten kann.


Sollten Sie hierzu Fragen haben, steht Ihnen Herr Dr. Zenses unter team@pro-ost.de gerne zur Verfügung.